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»Veranstaltungen: Universität Zürich

 

MA-Kolloquium, HS 2018: Ländliche Gesellschaft unter klösterlicher Herrschaft

Dozent:
Stefan Sonderegger
(Tutorin: Nicole Stadelmann)

Studiengang: 
Master of Arts

Freitag, 10.15-12.00, ab 21.09.2018 wöchentlich

Bis Ende des 18. Jahrhunderts übten Klöster Herrschaft aus über die ländliche Bevölkerung. Was bedeutet das konkret? Dieser Frage wird am Beispiel des Dominikanerinnenklosters Töss, des Zisterzienserinnenklosters Magdenau und des grossen Benediktinerklosters St.Gallen nachgegangen. Das Kolloquium beschäftigt sich mit den vielfältigen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Beziehungen zwischen diesen Grundherrschaften und ihren Untergebenen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Wie sah der wirtschaftliche Alltag der Bauern aus? Wie belastet waren sie mit Abgaben an die Herrschaft und was geschah, wenn Hagelschlag, Schnee oder Wind die Ernte zerstörten? Vor welchen Gerichten trugen sie ihre Konflikte aus und worüber stritten sich die Dorfbewohner?

Das Kolloquium ist verknüpft mit dem projektierten Themenheft der Gemeinde Neunforn, das die vielfältigen Beziehungen zwischen dem Kloster Töss und Neunforn beleuchten wird. Für Teilnehmende des Kolloquiums besteht die Möglichkeit, ihre Erkenntnisse als Beiträge im Themenheft publizieren. Die Arbeit mit unediertem Quellenmaterial sowie die Frage, wie historisches Wissen allgemein verständlich aufbereitet und publiziert werden kann, stehen im Zentrum des Kolloquiums.

 

Einführende Literatur:
Zangger, Alfred: Wirtschaft und Leben im Zürcher Oberland im 15. Jahrhundert, in: 61. Jahrheft der Ritterhausgesellschaft Bubikon, S. 14-35.

 

Sonderegger, Stefan / Stadelmann, Nicole: Strenger Grundherr, abhängiger Bauer? – Landwirtschaft, Lehenswesen und ländlicher Alltag, in: Silvia Volkart (Hg.), Vom Bodensee nach Bischofszell. Alltag und Wirtschaft im 15. Jahrhundert (Der Thurgau im späten Mittelalter 2), Zürich 2015, S. 69–79.