Bestandesübersicht

Das Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde bewahrt den historischen Nachlass der Stadt St. Gallen vom 13. bis ins 19. Jahrhundert sowie das laufende Schriftgut der ortsbürgerlichen Verwaltung auf. Den Hauptteil des historischen Bestandes bilden Urkunden, Akten und Bücher des alten Stadtarchivs bis 1798, das Ämterarchiv, das Bürgler Archiv, das Spitalarchiv, das Kirchen- und Schularchiv sowie das Archiv des Kaufmännischen Direktoriums. Weiter werden im Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde deren Verwaltungsschriftgut von 1831 bis heute sowie die Archive der weiteren St. Galler Bürgergemeinden Straubenzell, Tablat und Rotmonten aufbewahrt. Daneben beherbergt das Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde zahlreiche Privat- und Firmenarchive, Pläne, Fotografien und Grafiken.

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Archivführer. Die Stadtarchive in St. Gallen, bearb. von Ernst Ziegler und Marcel Mayer, St. Gallen 2003.

Dieser Archivführer gibt einen groben Überblick über die Bestände der Stadtarchive der Ortsbürger- und der Politischen Gemeinde.

Bürglerarchiv (Ernst Ziegler, St. Gallen 1980)

Ernst Ziegler, Bürglerarchiv, St. Gallen 1980.

Die Stadt St. Gallen hatte von 1579 bis 1798 die Herrschaft über Bürglen (TG) inne. Diese Herrschaft umfasste ursprünglich die niederen Gerichte Bürglen, Uerenbohl, Guntershausen, Heldswil, Mettlen und Istighofen sowie Teile von Hüttenschwil und Sulgen. Dazu kamen 1580 Mühlebach, 1647 Bleiken, 1664 Hessenreuti und 1665 Amriswil. Im Bürgler Archiv sind Urkunden, Akten und Bücher aus dieser Periode überliefert. Die Urkunden und Akten des Bürgler Archivs sind in handschriftlichen und gedruckten Verzeichnissen erschlossen; diese können vor Ort eingesehen werden.

Spitalarchiv (Bücher) (Marcel Mayer, St. Gallen 1984)

Das St. Galler Heiliggeist-Spital wurde 1228 gegründet. Es beherbergte Patientinnen und Patienten mit physischen und psychischen Leiden, diente als Waisenhaus und als Armenanstalt. Zudem beherbergte es Pfründnerinnen und Pfründer, welche gegen eine Pauschale auf Lebenszeit Kost und Logis im Spital erhielten. Mittellose wurden kostenlos aufgenommen und mussten nach Möglichkeit ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen.

Das Spitalarchiv enthält 1470 Bücher und gegen 10’000 Urkunden und Akten aus der Zeit der Gründung des Heiliggeist-Spitals bis ins 20. Jahrhundert. In diesen Quellen werden mehrheitlich Fragen der Verwaltung und Finanzierung des Spitals bzw. seines Grundbesitzes thematisiert; über den eigentlichen Anstaltsbetrieb sind deutlich weniger Informationen überliefert.

Ämterarchiv (Bücher) (Ernst Ziegler, unter Mitwirkung von Ursula Hasler, St. Gallen 1997)

Die Verwaltung der Stadt St. Gallen war in 31 Abteilungen, sogenannten Ämtern, strukturiert. Diese können in wirtschaftliche, soziale, kirchliche und städtebauliche aufgeteilt werden. Zu ersteren gehören beispielsweise das Seckelamt, das Umgelderamt, das Zinseramt oder die beiden Schaffnerämter. Soziale Ämter waren z.B. das Spitalamt, das Prestenamt oder das Stockamt. Zu den kirchlichen Ämtern zählt das Kirchenamt, und das Bauamt widmete sich dem Städtebau. Der Bestand des Ämterarchivs reicht vom 14. bis 19. Jahrhundert.

Altes Stadtarchiv (Bücher) (Ernst Ziegler, unter Mitwirkung von Ursula Hasler und Monika Rüegger, St. Gallen 2000)

Das Alte Stadtarchiv bis 1798 umfasst das Schriftgut der Stadt St. Gallen vom Spätmittelalter bis 1798 sowie teilweise bis 1831. Urkunden und Akten sind u.a. im Index Archivi (verfasst 1681/82 mit späteren Ergänzungen) erschlossen. Dieses und weitere handschriftliche Verzeichnisse zu Urkunden und Akten können vor Ort eingesehen werden. Zum Bücherbestand gehören zahlreiche serielle Reihen, darunter Ratsprotokolle, Steuerbücher, Bauamtsrechnungen, Seckelamtsrechnungen u.v.m.

Archiv der Ortsbürgergemeinde St. Gallen (Bücher) (Stefan Sonderegger, St. Gallen 1990)

Die 1798 proklamierte Helvetische Einheitsverfassung leitete das Ende der Stadt St. Gallen als souveränem Staat ein und führte das Schweizer Bürgerrecht ein. Die alten Geschlechter wehrten sich jedoch dagegen, dass auch die ihnen anzahlmässig weit überlegenen neuen Bürger am von ihnen angehäuften Vermögen teilhaben durften. Um diesen Konflikt zu entschärfen unterschied die helvetische Gesetzgebung schweizweit zwischen Aktivbürgern („neue“ Bürger bzw. Angehörige der Politischen Gemeinde/Einwohnergemeinde) und Anteilhabern am Gemeindegut („alte“ Bürger bzw. Ortsbürger) und schuf spezifische Gremien zu deren Vertretung. Erst 1831 wurden alle behördlichen Kompetenzen zwischen diesen neuen Gremien bzw. zwischen der Politischen Gemeinde und der Ortsbürgergemeinde aufgeteilt. Das Archiv der Ortsbürgergemeinde umfasst Akten und Bücher aus der Zeit des Übergangs vom 18. zum 19. Jahrhundert bis heute.

Kirchenarchiv und Schularchiv (Bücher) (Ernst Ziegler, unter Mitwirkung von Ursula Hasler und Monika Rüegger, St. Gallen 2003)

Die evangelische Kirche der Stadt St. Gallen hatte im Ancien Régime die Stellung einer Staatskirche inne. Diese enge Verbindung zwischen Behörden, Bürgerschaft und Kirche blieb bis ins 20. Jahrhundert erhalten. Überliefert sind Bücher und Akten, darunter Kirchenbücher, Bücher zu Kultus, Ordnungen und zu verschiedenen Organen und Behörden.

Das Schulwesen war bis ins 19. Jahrhundert ebenfalls eine städtische Aufgabe. Zu den Schulen zählten Knabenschulen (Volksschule und Gymnasium) sowie die Mädchenschule, später dann die Höhere Lehranstalt, die Repetier- oder Übungsschule sowie die Sonntagszeichnungsschule. Überliefert sind Schulordnungen, Schülerverzeichnisse, Tabellen, Rechnungsbücher und Protokolle der verschiedenen Organe.